Press Release

Potenzialstudie: Nutzung von Wasserstoff in der Metropolregion Rhein-Neckar

Date:
May 15, 2019

Für die Metropolregion Rhein-Neckar GmbH untersuchte thinkstep gemeinsam mit Prognos das wirtschaftliche und ökologische Potenzial, das sich durch die lokale Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff bis 2030 in der Metropolregion ergeben kann.

In einer Potenzialanalyse untersuchten die Experten von thinkstep und Prognos die Sektoren Transport, Energie und Industrie in der Metropolregion Rhein-Neckar. Speziell im Verkehrsbereich wurde ein Potenzial für den verstärkten Einsatz von Wasserstoff identifiziert. Der Antrieb mittels Brennstoffzellen eignet sich vor allem für Bus- und Nutzfahrzeuge mit seinen hohen Laufleistungen und relativ hohen spezifischen Energieverbräuchen. Insgesamt wurde ein Potenzial für den Einsatz von bis zu 17.000 Straßenfahrzeugen in der Region identifiziert, die 2030 mit Wasserstoff betrieben werden können. Auch auf der Schiene könnten bis 2030 bis zu 150 dieselbetriebene Personenzüge im Regionalverkehr auf Wasserstoff und Brennstoffzellenantrieb umgestellt werden. Die Schadstoffemissionen im Betrieb reduzieren sich bei Wasserstoff- und Brennstoffzellenangetriebenen Fahrzeugen auf Null. Dies ergibt unter den gesetzten Randbedingungen eine Reduktion von jeweils bis zu 156.000 Tonnen CO2e- und 770 Tonnen Stickoxidemissionen pro Jahr und wäre damit ein relevanter Beitrag zur Reduktion klimaschädlicher Treibhausgase und zur Verbesserung der Luftqualität in der Region.

Der Wasserstoffbedarf in der Metropolregion kann voraussichtlich vollständig lokal und aus erneuerbaren Energien erzeugt werden, so das Ergebnis der Studie. Die lokale Wasserstoffproduktion aus erneuerbaren Energien ermöglicht eine deutlich höhere regionale Wertschöpfung, verringert die Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern und könnte bei günstigen Rahmenbedingungen für Brennstoffzellen-Fahrzeuge zusätzliche Investitionen in der Region von bis zu 1,1 Mrd. Euro bis 2030 auslösen.

Durch den Einsatz von Wasserstoff- und Brennstoffzellenanwendungen ergeben sich laut den Studienergebnissen potenziell bis zu 1.100 Arbeitsplätze in der Region, und das größtenteils im Fahrzeugbau, einer Branche für die das Risiko eines nicht unwesentlichen Beschäftigungsrückgangs in der Zukunft besteht. Die frühzeitige Förderung von Wasserstoff kann den Wandel hin zum Elektroantrieb pro-aktiv gestalten und durch entsprechende Ausbildungen und Umschulungen die Beschäftigten im Fahrzeugbau auf die neue Technologie vorbereiten. Es gibt bereits heute Ausbildungseinrichtungen (z.B. Duale Hochschule Baden-Württemberg) in der Region, die entsprechende Lehrinhalte zu Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie vermitteln. Dieses Angebot sollte zum Aufbau und Stärkung des Know-Hows zum Thema Wasserstoff und Brennstoffzelle in der Region zukünftig weiter ausgebaut werden.
Um den Energieträger Wasserstoff in der Metropolregion Rhein-Neckar erfolgreich zu etablieren, schlagen die Autoren eine Reihe an konkreten Maßnahmen vor. Diese adressieren u.a. die Schaffung von Akzeptanz für die zum Teil noch unbekannte Technologie; die Bildung von Netzwerken, um das Wissen und die Entwicklungskompetenz zu Wasserstoff und Brennstoffzelle in der Region weiter zu stärken; die Stimulation der H2 Nachfrage über den Aufbau von Schienen- und Kraftfahrzeugflotten sowie die Entwicklung von Projekten mit Leuchtturmcharakter, die die Wasserstoff-technologie und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten für das Thema Sektorenkopplung veranschaulichen, d.h. erlebbar machen.

Zusammenfassung der Studie

Komplette Studie

Über thinkstep:

thinkstep begleitet Organisationen weltweit auf ihrem Weg zu nachhaltigem Erfolg. Unsere führenden Softwarelösungen, Datenbanken und Beratungsleistungen ermöglichen es Unternehmen ihre Geschäftsabläufe zu optimieren, Innovationspotenziale zu nutzen, den Markenwert zu steigern und rechtliche Vorgaben zu erfüllen.

Global arbeiten wir an 20 Standorten mit mehr als 8.000 Kunden, einschließlich 45 Prozent  der Fortune 100 Unternehmen, wie BASF, Hewlett-Packard, Interface, Siemens, Unilever und Renault.

Ansprechpartner: Dr. Michael Faltenbacher, thinkstep AG, michael.faltenbacher@thinkstep.com


Über Prognos:

Wer heute die richtigen Entscheidungen für morgen treffen will, benötigt gesicherte Grundlagen. Prognos liefert sie - unabhängig, wissenschaftlich fundiert und praxisnah. Seit 1959 erarbeiten wir Analysen für Unternehmen, Verbände, Stiftungen und öffentliche Auftraggeber. Nah an ihrer Seite verschaffen wir unseren Kunden den nötigen Gestaltungsspielraum für die Zukunft - durch Forschung, Beratung und Begleitung. Die bewährten Modelle der Prognos AG liefern die Basis für belastbare Prognosen und Szenarien.

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