Kreislaufwirtschaft

Was bedeutet Kreislaufwirtschaft?

Kreislaufwirtschaft oder 'Circular Economy' bezeichnet ein Modell, bei dem Wirtschaftswachstum nicht mit der Ausbeutung und dem Verbrauch von natürlichen, nicht-regenerativen Ressourcen einhergeht.

Ziel einer Kreislaufwirtschaft ist eine ressourceneffiziente und nachhaltige Verwendung von natürlichen Rohstoffen, deren Weiter- und Wiederverwertung innerhalb eines Kreislaufsystems und die Vermeidung von Abfällen.

Die Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft soll dabei nicht im Widerspruch stehen zu wirtschaftlichen Interessen.

Im Unterschied zur Linearwirtschaft stehen Ökologie und Ökonomie in der Kreislaufwirtschaft deshalb nicht in Konkurrenz zueinander.

Letztere werden dadurch bedient, dass im System der Kreislaufwirtschaft Unternehmen einen zusätzlichen Wert aus den eingesetzten Materialien generieren und die Beschaffungsrisiken in Form von Materialkosten, Preisvolatilitäten und Lieferengpässen reduziert werden.

Linearwirtschaft und Kreislaufwirtschaft

"Abbauen - Produzieren - Entsorgen" vs "Wiederverwerten, Reparieren, Recyceln". Zwei gegensätzliche Konzepte mit unterschiedlichen Auswirkungen auf den Verbrauch von Ressourcen und Belastungen für die Umwelt.

Linearwirtschaft (Linear Economy)

In der Linearwirschaft werden Ressourcen und Rohstoffe gefördert, verarbeitet und in der Regel für einen bestimmten Verwendungszweck genutzt. Nach Ablauf der Produktlebensdauer (end of life) werden die Produkte auf der Mülldeponie entsorgt oder thermisch verwertet. Linearwirtschaft wird daher oft auch als "Wegwerfwirtschaft" bezeichnet.

Kreislaufwirtschaft (Circular Economy)

In einer Kreislaufwirtschaft werden Ressourcen über eine möglichst lange Nutzungsphase in einem Kreislaufsystem gehalten. Die Materialien sollen für mehrere Verwendungszwecke eingesetzt und möglichst oft in den Wertstoffkreislauf rückgeführt werden. Der ökologische Vorteil der Kreislaufwirtschaft besteht darin, dass weniger Abfälle entstehen und der Abbau fossiler Ressourcen minimiert wird.

 

Wie misst man die Kreislauffähigkeit?

Die Kreislauffähigkeit - auch "Materialzirkularität" - ist ein Ausdruck für die Kompatibilität des zu untersuchenden Modells mit dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft.

Doch wie lässt sich wissenschaftlich fundiert beurteilen, in welchem Maß und wie effektiv Unternehmen oder Produkte der Kreislaufwirtschaft entsprechen und welche Fortschritte sie machen in ihrer Entwicklung weg vom linearwirtschaftlichen Modell hin zu einem kreiswirtschaftlichen System?

Valide Informationen hierzu waren in der Vergangenheit nur schwer zu bekommen, die Aussagen in dem Zusammenhang eher vage und unverbindlich.

In dem Projekt "Circularity Indicators" haben die EllenMacArthur Foundation und Granta Design eine Methodik entwickelt, um die Kreislauffähigkeit ("Circularity") von Produkten und Unternehmen faktenbasiert zu erfassen.

Material Cricularity Indicator (MCI)

Der Material Cricularity Indicator (MCI) oder "Materialzirkularitätsindikator" bildet auf einer Skala von 0 bis 1 das Ausmaß der Kreislauffähigkeit des Materialflusses ab. Je höher die Punktzahl, desto kreislauffähiger oder "zirkulärer" das Produkt.

Der MCI kann für Produktdesigner und Einkäufer eine Entscheidungsgrundlage bei der Auswahl von Materialien sein, für Reportings verwendet werden oder zur Bewertung von Unternehmen dienen. Hierbei gilt die Annahme, dass sich die Kreislauffähigkeit eines Unternehmes aus den einzelnen Materialzirkularitäten seiner Produkte zusammensetzt.

MCI=1

Um ein Ergebnis von 1 zu erhalten, müssten alle verwendeten Rohmaterialien aus wiederverwerteten Komponenten oder aus recycelten Materialien stammen, ohne irgendwelche Verluste beim Recycling (100% Recycling-Effizienz). Jegliche Abfälle, die bei der Herstellung und beim End of Life des Produktes anfallen, müssten ebenfalls ohne Verluste wiederverwendet oder recycelt werden ("Zero Waste").

MCI=0,1

Ein Produkt mit vollständig linearen Materialflüssen, in dem alle Rohstoffe aus Neuware stammen und keine Abfälle wiederverwendet oder recycelt werden, wird mit 0,1 bewertet. Um einen Wert unter 0,1 zu erreichen, müsste der Nutzen des Produktes geriner sein als der eines durchschnittlichen Industrieprodukts (d.h. das Produkt müsste eine kürzere Lebensdauer oder eine geringere Nutzungsintensität haben). Ein Produkt mit vollständig linearen Materialflüssen, aber mit einem höheren Nutzen als ein durchschnittliches Industrieprodukt, würde einen MCI > 0,1 aufweisen.

Life Cycle Assessment und MCI zur Verbesserung der Produktnachhaltigkeit

Unternehmen, die die Nachhaltigkeit Ihrer Produkte verbessern bzw. zunächst überhaupt ihren Ist-Zustand bestimmen möchten, setzen häufig Ökobilanzen (Life Cycle Assessment, LCA - dt.: Ökobilanzen) ein. Hierbei werden sämtliche ein- und abgehende Material- und Energieflüsse eines Produkts über dessen ganzen Lebenszyklus erfasst und auf dieser Basis die resultierenden möglichen Umweltwirkungen abgeleitet.

Um Ökobilanzen erstellen zu können, ist eine Vielzahl an Daten notwendig, um die zugrunde liegenden Prozesse abzubilden: Wie setzt sich der Strommix z.B. in Deutschland zusammen und wie viel CO2 entsteht beim Verbrauch von 1000 kwh?

Solche Informationen liefern GaBi Datenbanken, die Bestandteil der GaBi-Software-Pakete sind. Zusätzlich werden unternehmens- oder herstellungsspezifische Informationen benötigt wie sie etwa Stücklisten zu entnehmen sind.

Gleiches gilt für den Material Circularity Indicator: Um diesen berechnen zu können und die Kreislauffähigkeit zu bewerten, wird eine valide Datenbasis benötigt. Dabei ist die Schnittmenge zwischen den Daten, die für Ökobilanzen verwendet werden, mit den für MCI-Berechnungen benötigten Daten sehr groß.

Unternehmen, die bereits Ökobilanzen erstellen, können auf Basis ihrer Ökobilanzdaten mit überschaubarem Aufwand auch ihre Kreislauffähigkeit berechnen.

Mit dem GaBi Circularity Toolkit steht ihnen zudem ein Werkzeug zur Verfügung, das auf Basis der GaBi Ökobilanz-Software durch zusätzliche MCI-Metriken sowohl die Erstellung von Ökobilanzen ermöglicht als auch die Berechnung des Material Circularity Indicator - und in dieser Form einzigartig ist auf dem Markt.

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Kreislaufwirtschaft - Services

thinkstep bietet eine Vielzahl von Lösungen, die Ihnen bei der Identifizierung, Messung und Kontrolle Ihrer Nachhaltigkeitsperformance im Kontext der Kreislaufwirtschaft helfen. Lassen Sie uns zusammen den Weg zur Kreislaufswirtschaft beschreiten.

Circular Economy Services

GaBi Circularity Toolkit

Quantifizieren und vergleichen Sie die Zirkularität Ihrer Produkte: mit dem GaBi Circularity Toolkit, einem Add-on zu GaBi ts Software, implementieren Sie den Material Circularity Indicator in GaBi LCA-Modelle.


GaBi Circularity Toolkit

Cradle to Cradle® und Ökobilanzen

Durch die Kombination von Ökobilanzen (LCA) und Cradle to Cradle® unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre existenten Produkte zu optimieren und gleichzeitig Ideen für neue Produktinnovationen zu entwickeln, welche Zirkularität mit Ressourceneffizienz verbinden.

Cradle to Cradle® und LCA

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